|
|
Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter müssen frühzeitig erkannt und bewertet werden und die Betroffenen müssen entsprechende Hilfen erhalten.
Einem ständig differenzierter werdenden Angebot an Jugendhilfe-Maßnahmen steht nicht in jedem Fall eine differenzierte Ausgangsdiagnostik gegenüber. Im Gegenteil, gerade weil Standards für die verschiedenen Hilfen noch fehlen, wird die Vergabe manchmal zum Probelauf nach Versuch und Irrtum.
Gescheiterte Maßnahmen führen bei den betroffenen Hilfeempfängern zu sinkender Bereitschaft, sich auf neue Angebote einzulassen. Da wissenschaftlich belegt werden kann, wie wichtig beispielsweise Schulerfolg für die spätere soziale Integration in die Gesellschaft ist, ist bei Leistungsstörungen eine differenzierte und multiprofessionelle Diagnostik zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu fordern. Diese Diagnostikangebote müssen auch weniger kooperationsfähigen Familien und fremdsprachigen Mitbürgern/innen zugänglich gemacht werden.
Unter anderem bei folgenden Fragestellungen bietet die Clearingstelle diagnostische Hilfestellung an:
Verhaltensauffälligkeiten wie fehlender Regelakzeptanz und Aggressivität bis hin zu Schuleschwänzen und Trebegängertum emotionalen Problemen wie Ängsten, Niedergeschlagenheit etc. Leistungsproblemen und Lernstörungen wie z.B. Legasthenie Verdacht auf Vorliegen von Entwicklungsstörungen der Sprache, Motorik, Aktivität und Aufmerksamkeit etc. fraglicher Drogen- und Suchtgefährdung Grenzfällen zu psychiatrischen oder psychosomatischen Erkrankungen elterlicher Überforderung und fraglich eingeschränkter Erziehungsfähigkeit Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls bei Vernachlässigung oder Misshandlung Wahl geeigneter Erziehungs-, Eingliederungs- und therapeutischer Hilfen geplanter Fremdunterbringung zur Feststellung des genauen Hilfebedarfs
Niederschwelligkeit
Gerade Familien, die gegenüber dem Aufsuchen von Institutionen Hemmungen haben, kann die Clearingstelle ein niederschwelliges Angebot machen, z.B. durch eine Komm- und Gehstruktur oder den Einsatz von Dolmetschern in der Arbeit mit ausländischen Eltern.
Auch viele Jugendliche würden den Gang zum Psychiater oder Psychologen wohl eher scheuen, wenn sie hierfür einen niedergelassenen Spezialisten oder eine Fachklinik aufsuchen müssten.
Liegen diese Termine eingebettet in einen vorher erfolgten Kontaktaufbau und sind unter einem Dach angeboten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie wahrgenommen werden, nach unseren Erfahrungen hoch.
|
|