Erfahrungsbericht

Für viele Klienten ist der Aufenthalt auf dem Bauernhof zu weit weg, als dass sie sich den Alltag bei einer Hoffamilie vorstellen könnten. Nachfolgende Erfahrungsberichte sollen hier einen ersten Einblick und eine Entscheidungshilfe geben.

Eindrücke eines Klienten nach den ersten drei Wochen

"TiP ist genau das Richtige für die Klienten, die lieber allein und in der Natur sind. Mit „allein“ meine ich, ohne die ganzen anderen Klienten um sich herum zu sein. Der Aufenthalt auf dem Hof ist vielfältig, daher wird einem nie langweilig.

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Man wird in die Familie integriert, man isst z. B. mit ihnen an einem Tisch, was für mich am Anfang ungewöhnlich war, doch von Tag zu Tag fühle ich mich wohler, denn ich lerne damit umzugehen. Momentan erscheinen mir neun Monate noch sehr lang, doch ich bin gespannt, was mir diese Zeit in Bezug auf mein Leben und meine Zukunft bringen wird. In drogenfreier Umgebung möchte ich meine Persönlichkeit entwickeln, und ich hoffe hier schneller zu meinem „Ich“ zurückzufinden. Ich habe mir das am Anfang ganz anders vorgestellt. Jetzt kann ich nur jedem raten, es selbst auszuprobieren."

 

Bericht eines Klienten kurz vor Betreuungsende

"Oh Mann, wo bin ich hier gelandet, fünf Bauernhöfe inmitten tiefster Wildnis. Und einer davon sollte während der Maßnahme mein Zuhause sein. In der Küche des Hofes angekommen, sitze ich an einem großen Tisch mit der siebenköpfigen Familie und dem Betreuer. Ich habe das Gefühl in einem Schaukasten zu sitzen, mit einem Schild, auf dem „Knacki“ geschrieben steht.

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Der Aufenthalt und das Familienleben waren für mich anfangs sehr ungewohnt. Inzwischen fühle ich mich fast wie ein Mitglied der Familie, nicht zuletzt durch das Akzeptiert-Werden in der Familie und dem respektvollen, selbstverständlichen Umgang miteinander. Auch habe ich mich an die nicht immer leicht einzusehenden Regeln von TiP gewöhnt. Ich muss sagen, ich habe in dieser Zeit viel gelernt. Gut – es ist immer ein langer Tag, jedoch das Nichtstun ist sehr viel schlimmer. Ich war wegen einer Verletzung länger bettlägerig. Während dieser langweiligen Zeit ging es mir alles andere als gut. Ich war meistens depressiv. Denn wer nichts tut, grübelt viel nach. Im Großen und Ganzen habe ich in diesem Jahr sehr viel für mich erreicht – unter anderem habe ich seit zwei Tagen den Führerschein! Das Versprechen von TiP, dass ich am Ende Arbeit und Wohnung habe, hat sich tatsächlich erfüllt. Allerdings musste ich meinen Teil dazu beitragen. Nach der Maßnahme ziehe ich in meine eigene Wohnung und habe eine feste Zusage für einen Ausbildungsplatz als Schreiner in der Tasche."