Erfahrungsbericht Praxissemester Substitutionsambulanz
Mein Praxissemester in der Substitutionsambulanz Prop e.V. absolvierte ich während des Sommersemesters 2024. Beworben hatte ich mich ursprünglich auch noch in einer anderen Einrichtung der Suchthilfe, nach dem Vorstellungsgespräch in der Substitutionsambulanz war mir jedoch klar, dass ich mein praktisches Studiensemester unbedingt dort absolvieren möchte. Der erste Eindruck der Einrichtung sowie des Teams war durchweg positiv und das umfangreiche Gespräch in angenehmer und professioneller Atmosphäre mit den beiden Praxisanleiter_innen hat meine Begeisterung nur verstärkt. Interessiert war ich vor allem auch an der Kombination der Arbeit in den Räumlichkeiten der Substitutionsambulanz und den Hausbesuchen bei Klient_innen des Betreuten Einzelwohnens. Bei meinen Recherchen nach einer geeigneten Praktikumsstelle konnte ich keine vergleichbare Einrichtung finden die diese beiden Leistungen verbindet und freute mich auf die vielfältige Arbeit.
Da ich noch keinerlei Vorerfahrungen mit der Arbeit im Bereich der Suchthilfe hatte war ich gespannt, was mich in dieser Praktikumszeit erwarten würde. Ich wurde sehr herzlich vom gesamten Team empfangen und bereits ab dem ersten Tag in alle Prozesse miteinbezogen. Von Beginn an wurde ich als vollwertiges Team-Mitglied angenommen, den Umgang im Team würde ich als äußerst wertschätzend, unterstützend, transparent und professionell beschreiben. Für die intensive Einarbeitung in alle notwendigen Bereiche wurde sich viel Zeit genommen und für meine Fragen und Anliegen jeglicher Art fand ich stets ein offenes Ohr.
Zu Beginn des Praktikums verbrachte ich die meiste Zeit im Aufenthaltsraum und hatte dort die beste Gelegenheit, die Klient_innen langsam kennenzulernen. Durch meine stetige Anwesenheit konnte schnell eine Beziehung, zwischen den Klient_innen und mir aufgebaut werden und das Vertrauen nahm zu. Nach einiger Zeit konnte ich, durch diese Präsenz bereits beobachten, wie Klient_innen ein Vertrauensverhältnis zu mir aufbauten. Stück für Stück öffneten sich Klient_innen mir gegenüber und aus zunächst oberflächlichen Alltagsgesprächen entstanden intensive persönliche Konversationen durch die ich die Klient_innen und ihre individuellen Geschichten noch besser kennen lernen konnte. Jede_r Klient_in hat eine ganz eigene Vergangenheit sowie unterschiedliche Lebensumstände und Ziele. Das macht die Arbeit in der Substitutionsambulanz sehr vielfältig, Flexibilität ist daher enorm wichtig. Gleichzeitig war es gerade für mich als Praktikantin perfekt um in ganz verschiedene Aufgaben und Themengebiete reinzuschnuppern, sei es die praktische Unterstützung im Haushalt der BEW-Klient_innen bei Hausbesuchen, die Teilnahme bei Aufnahmegesprächen oder das Erlernen und Anwenden von Techniken der Gesprächsführung im Einzelkontext. Dabei wurde ich immer ermutigt mich auszuprobieren und wurde zu jedem Zeitpunkt, von den Kolleg_innen unterstützt.
Während des gesamten Praxissemesters hatte ich regelmäßige feste Termine mit meiner Praxisanleitung in denen wir viel Zeit hatten, gemeinsam meine Fortschritte und Erlebnisse zu reflektieren sowie anstehende Termine zu planen und meine persönlichen Ziele zu konkretisieren. Auch für beidseitiges Feedback, Wünsche und Fragen wurde sich viel Zeit genommen.
Während meiner Praktikumszeit hatte ich außerdem die Möglichkeit in vielen verschiedenen anderen Einrichtungen des Trägers zu hospitieren und damit die Zusammenhänge das Suchthilfesystems in München besser nachzuvollziehen. Auch an verschiedenen Arbeitskreisen durfte ich teilnehmen und dabei lernen, wie wichtig Netzwerkarbeit und der Austausch untereinander sind. Des Weiteren durfte ich die Kolleg_innen bei diversen Ausflügen, sowie der 3-tägigen Sommerfreizeit unterstützen und bei der Planung von Angeboten teilnehmen, sowie auch eigene Freizeitangebote in der Einrichtung anbieten und durchführen. Dieses Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde sowie die daraus resultierende Möglichkeit eigene Projekte zu starten, mich auszuprobieren und auch Fehler zu machen, schätze ich sehr und ich konnte durch diese Erfahrungen viel mitnehmen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich die Praktikumszeit in der Substitutionsambulanz als äußerst bereichernd, sowohl für meine persönliche Entwicklung als auch meine berufliche Orientierung, empfinde. Durch dieses Praktikum konnte ich für mich den Bereich der Suchthilfe als das zukünftige Arbeitsfeld meiner Wahl finden. Für die Unterstützung des Teams und die Erfahrungen die ich während des Praktikums machen durfte bin ich sehr dankbar. Die Substitutionsambulanz kann ich daher allen Interessierten auf der Suche nach einem geeigneten Praktikum nur wärmstens empfehlen.
