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21.07.26: Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

Gedenktag und klare Appelle an die Politik.

Marienplatz mit Gedenkschleifen. Foto: Florian Freund

Ein Tag des Innehaltens, der Erinnerung und des gesellschaftlichen Dialogs.

Es sind Todesfälle, die sich vielfach hätten verhindern lassen: Im vergangenen Jahr starben in München 73 Menschen infolge ihres Drogenkonsums. Am 21. Juli wurde der Münchner Marienplatz erneut zum Ort des stillen Gedenkens und zugleich zu einer eindringlichen politischen Kundgebung. Angehörige, Fachkräfte aus der Suchthilfe, städtische Vertreter*innen und zahlreiche engagierte Bürger*innen werden sich versammeln, um dieser Menschen zu gedenken und für eine Suchthilfe einzutreten, die Leben schützt.

Der Gedenktag wurde begleitet von klaren Appellen an die Politik. Die Veranstaltung rückte die drängenden Herausforderungen in der Suchthilfe in den Fokus. Im Zentrum standen Forderungen nach überlebenswichtigen Maßnahmen wie Drogenkonsumräumen, Drug-Checking und einem flächendeckenden Zugang zu Gesundheitsangeboten. Die Redner*innen machten unmissverständlich klar: Prävention und Hilfe dürfen keine Frage des politischen Willens oder des Wohnorts sein – sondern müssen verlässlich und für alle zugänglich sein.


Für Prop e. V. sprach Geschäftsführer Marco Stürmer: „Wenn wir heute an verstorbene drogengebrauchende Menschen denken, sprechen wir oft über Substanzen. Wir sollten heute einen Schritt zurücktreten und über Orte sprechen. Gesundheit entsteht nicht allein durch individuelles Verhalten. Sie entsteht in Lebenswelten. Drogenkonsum im öffentlichen Raum ist auch das Ergebnis fehlender Räume: Menschen konsumieren dort, wenn sie keine Wohnung haben, wenn sie im öffentlichen Raum leben müssen, wenn sie keine Alternativen haben. Der öffentliche Raum wird dadurch zum sichtbaren Ausdruck mangelnder Integration. Wenn wir prekäre Situationen verändern wollen, müssen wir Bedingungen benennen, die wir verändern können: Die Drogenhilfe fordert seit Jahren niedrigschwelligen Hilfen auch für junge Konsumierende, regulierte Räume mit Konsummöglichkeit, Drug-Checking, niedrigschwellige Substitution, Housing First und die Verbesserung der medizinischen und psychiatrischen Versorgung.“